Beratungskonzept der Wiesenschule

 

Neben dem Unterrichten, Beurteilen und Erziehen gehört das Beraten zu den

grundlegenden Aufgaben einer jeden Lehrkraft.

Darüber hinaus kann in bestimmten Situationen eine weitere Beratung erforderlich sein, die dazu dient, Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern oder Lehrkräfte zu unterstützen.

Hier setzt die Tätigkeit der Beratungslehrkraft an.

 

1. Die Beratungslehrkraft

Die Wiesenschule verfügt über eine ausgebildete Beratungslehrkraft für

Grundschulen. Sie hat laut Erlass 3 Stunden Unterrichtsermäßigung. Diese Stunden werden dafür genutzt, den oben genannten Personenkreis im Bedarfsfall zu beraten. Die Beratung kann in einer festen Sprechstunde, aber auch „adhoc“ und nach Erfordernis erfolgen.

 

Der Aufgabenbereich der Beratungslehrkraft ist im Beratungserlass geregelt und

erläutert (Erl. d. MK vom 6.3.1978 - 3052-81 410/1-2/78).

 

1.1. Schullaufbahnberatung

- als allgemeine und individuelle Orientierung der Eltern und Schüler

über die verschiedenen Wege im Bildungswesen mit ihren Voraussetzungen und Abschlußqualifikationen,

- als Einzelberatung auf Grund der (ggf. vom Schulpsychologen) erhobenen

Daten und Testergebnisse über die Persönlichkeit und den Lernzustand des betreffenden Schülers und der curricularen Möglichkeiten der Schule.

 

1.2. Einzelfallhilfe

Der BL führt orientierende Beobachtungen und Untersuchungen (Schulleistungstests, Gruppenintelligenztests, soziometrische Verfahren, Fragebogen) durch bei auftretenden Lern- und Verhaltensschwierigkeiten der Schüler, bei auffälligen Diskrepanzen zwischen Eignung und Schulleistung und schlägt Maßnahmen zu ihrer Behebung vor.

Die weitere Psychodiagnostik, einschließlich intelligenzstrukturuntersuchun-gen, bleibt dem Schulpsychologen vorbehalten.

 

Der BL achtet auf die Durchführung der für einzelne Schüler vorgeschlagenen und mit Lehrern und Eltern vereinbarten pädagogisch-psychologischen Maß-nahmen. Er organisiert Förderkurse und Trainingsprogramme und übernimmt sie ggf. selbst.

 

1.3. Beratung von Schule und Eltern

- durch Informationen über schulpsychologische Arbeit,

- durch Weitergabe der aus der Beratungstätigkeit gewonnen Erfahrungen und

Ergebnisse mit dem Ziel, die Unterrichtsprozesse durch pädagogischpsycho-logische Hilfen zu optimieren,

- durch Beteiligung bei der Entwicklung von Lernzielkontrollen.

 

2. Arbeitsweise der Beratungslehrkraft

Neben direkten Kontakten zu Rat suchenden Schülerinnen, Schülern und Eltern

unterstützt die Beratungslehrkraft insbesondere Kolleginnen und Kollegen.

Die Beratungstätigkeit der Lehrerinnen und Lehrer wird von der Beratungslehrkraft

nicht ersetzt. Stattdessen richtet sie ihre primäre Aufmerksamkeit und Arbeit darauf,

das Kollegium bei einer Beratung gegenüber Eltern und Schüler zu unterstützen.

Die Beratungslehrkraft wird auf Anfragen von außen aktiv oder handelt eigeninitiativ.

Die Funktion des Unterstützers, Vermittlers und Multiplikators steht im Vordergrund,

die des aktiven Beraters sollte eine untergeordnete Rolle spielen.

Zur Ergänzung und Intensivierung der Beratungstätigkeit arbeitet die

Beratungslehrkraft vor allem in den Bereichen Intervention – Prävention – Kooperation

2. Beratungsschwerpunkte

2.1. Intervention

-  auffällige Verhaltens- und Entwicklungsprobleme, die ihre Ursache in der

Schule haben oder sich auf die Schule auswirken (belastete Sozialkontakte,

Schulangst, familiäre Krisen usw.),

-  Lern- und Leistungsschwierigkeiten, Leistungseinbrüche,

-  Förderung besonders begabter Kinder,

-  Erziehungsprobleme im Elternhaus,

-  Beratung bei Fragen der Schullaufbahn,

2.2. Prävention

-  Gewaltprävention („Coolness-Training“),

-  Missbrauchprävention („Mein Körper gehört mir“),

-  Ausbildung der Schüleraufsicht,

-  Multiplikator im Lehrerkollegium,

-  Initiator von Informationsveranstaltungen für Eltern.

 

2.3. Kooperation

-  Aufbau und Pflege von Kontakten sowie Kontaktvermittlung zu

außerschulischen Beratungseinrichtungen (Elternschule im Familienzentrum,

Sozialer Dienst – Regionalstelle Süd/Jugendamt, Caritas-Familienzentrum,

Bildungs- und Schulberatung des Kreises Gütersloh, u. a. m.),

-  Kontaktpflege mit Kindertagesstätten, Kindergärten und weiterführenden Schulen,

-  Kooperation mit der Bildungs- und Schulberatung des Kreises Gütersloh

sowie dem Bildungsbüro des Kreises Gütersloh (u. a. „Netzwerk

Gewaltprävention“),

-  Kontaktvermittlung zu Kinder- und Jugendpsychologen, Logopäden, Ergothera-

peuten, weiteren Fachberatungsstellen.

 

2.4. Weitere Aufgabenfelder

Neben den genannten Aufgabenfeldern kann die Beratungslehrkraft im Zusammen-hang mit der Einschulung der Lernanfänger, d.h. in der Förderdiagnostik und Beratung, ihr Wissen gezielt einsetzen und z. B. bei der Einleitung von Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung unterstützen. Weitere Tätigkeitsschwerpunkte können die Kooperation mit den Kindergärten und die Beratung bei der Auswahl und Durchführung geeigneter Schuleingangstests sowie das Aussprechen von Empfehlungen zur Wahl geeigneter Diagnoseverfahren in der Schuleingangsphase sein (z.B.:„Bereit für die Schule?“ Persen Verlag).

Ergänzt werden kann das Aufgabenfeld durch die Schullaufbahnberatung für Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen und deren Eltern bei der Wahl der weiterführenden Schule sowie durch die Kooperation mit den weiterführenden Schulen vor Ort. Nicht zuletzt hat die Beratungslehrkraft die Aufgabe Evaluations arbeit zu leisten und das Beratungskonzept fortzuschreiben.

2.4. Grundsätze der Beratung

-  Beratung ist grundsätzlich freiwillig,

-  Beratung erfolgt vertraulich, die Beratungslehrkraft unterliegt der

Schweigepflicht,

-  bei Bedarf ist die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer oder die unterrichtende

Lehrkraft mit seiner genauen Kenntnis der Schülerin oder des Schülers

unmittelbar am Beratungsprozess beteiligt,

-  Beratung ist kostenlos,

-  Beratung kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.

 

3. Beratungsanlässe

Im Folgenden sind mögliche Beratungsanlässe und –situationen aufgelistet.

-  ADS/ADHS

-  Dyskalkulie

-  Ergotherapie

-  familiäre Probleme

-  Hochbegabung

-  Kinder- und Jugendpsychiatrie

-  Kollegiale Fallberatung

-  Lese- und Rechtschreibschwäche

-  Logopädie

-  Missbrauch, Misshandlung

-  motorisch gestörte Kinder

- Sprachstörungen

-  Streitereien unter Kindern

-  Trennungs- und Scheidungssituation

-  Übergang zu weiterführenden Schulen

-  Verhaltensauffällige Kinder

 

 

 

 

Neben der Beratungslehrerin ist in einigen Aspekten der Beratung auch die Lehrkraft aus der Sonderpädagogik (RIK) tätig und berät Schüler, Eltern und Lehrer hinsichtlich der Lernentwicklung bei sonderpädagogischen Gutachten. Insbesondere bei auffälligen Kindern, deren Probleme sowohl im sozial-emotionalen Bereich als auch im Lernen begründet sind, übernimmt diese Lehrkraft einen wesentlichen teil der Beratung der beteiligten Schüler, Eltern und Lehrer.